2011 - Kunst am Bau oder Kunst im Garten

Ameisen gibt es fast überall auf der Welt. Kiwis auch. Der Unterschied ist, dass sich die Ameise selbst über unseren Erdball bewegen muss, nur versehentlich nehmen wir sie auf unseren Reisen mit, während die Kiwi höchst komfortabel sowie beabsichtigt von uns dort die Welt gefahren oder geflogen wird. Zwar auch nur zum endgültigen Verzehr, also eher auf der ersten und letzten Reise, aber immerhin.

Während jedoch sonst, bei den natürlichen Begegnungen von Ameise und Kiwi, das Tier an der Pflanze hochklettert, geschieht in meinem Garten Befrendliches. Die Kiwi, als eigentlich unbewegliches biologisches Lebewesen, klettert an der Ameise hoch. Rießengroß ist sie, die Ameise, und stählern. Ob es die Ameise wohl merkt? Werden wir wahrscheinlich nie herausfinden. Und ob es ihr etwas bedeutet - auch nicht. Was weiß der Affe vom Mond, und was weiß die Ameise von Bergwerken, Hochöfen, Stahl und Rost.

Ob sie, die Ameise, wohl gar etwas von Kunst versteht? Auch schwer zu klären, bringt uns aber gleich noch zu der Frage, ob wir denn etwas davon verstehen. Also von der Kunst. Oder auch von der Ameise. Beides spricht nicht zu uns. Allerhöchstens indirekt. Manchmal kann man ja den Künstler noch fragen. Auch das geht bei Ameisen nicht. Einweg-Kommunikation. Oder sie spricht mit uns, aber wir verstehen es nicht.

Ob der Bau, den wir mit Kunst verzieren, also mit Ameisen, die von Kiwis erklettert werden, etwas davon weiß - sehr unwahrscheinlich. Nur Beton, Steine, Mörtel, Leitungen und Farbe. Trotzdem verzieren wir ihn. Mit K-Meisen, oder auch Amkis. Verwirrend. Ganzen Ketten von Fragen tun sich da auf, alle unbeantwortbar. Zumindest für heutige Zeitgenossen. Es könnte einem schwindelig werden. Soll Kunst den schwindelig machen? Vielleicht.

Aber wer weiß schon was Kunst ist?

 

PS. Besuchen Sie einfach mal die "Kunst im Garten" Ameise.